Die Ruhr~Akademie.
Schon seit der Schulzeit stand für mich fest: Du machst was in Richtung Design!
Damals bereits mit Photoshop und grundlegenden HTML-Kenntnissen erste Homepages gebaut. Aber Webdesign war irgendwie immer zu wenig. Nach einem Praktikum bei Architekten und Industriedesignern habe ich dann gemerkt, dass das nicht meine Welt ist. Es sollte eher Richtung Graphik gehen.
Nach dem Abitur dann relativ planlos bei diversen Universitäten im Fachbereich Design, Kommunikationsdesign oder Gestaltung beworben. Natürlich keinen Mappenkurs gemacht und prompt nirgendwo genommen worden.
Inzwischen würde ich sagen: Zum Glück! Aber zu der Zeit war es schon ziemlich frustrierend. Über einen Bekannten bekam ich dann den Tipp doch mal in Schwerte vorbei zu schauen. Tag der offenen Tür. Und der hat mich direkt überzeugt. So zeichnen wollte ich auch können. Mich kreativ ausleben. Leute kennenlernen, die genauso wild auf gute Gestaltung sind, wie ich. Erfahrungen sammeln und Techniken ausprobieren, die ich bis dato noch nicht kannte. (Ich werde jetzt nicht extra noch das wahnsinnig geile Herrenhaus-mit-Wald-drumrum-Ambiente erwähnen, das passiert sowieso viel zu häufig
)
Die Ruhr~Akademie bildet in verschiedenen Fachbereichen aus (Kommunikationsdesign, Illustration, freie Kunst, Photographie, Film und Animation), doch das wirklich Tolle daran ist, dass sich alle Gebiete durch das familiäre Umfeld besonders nahe sind und man von Anfang mit allen in Berührung kommt. Gerade in der Kreativbranche ein unschätzbarer Vorteil. Wer nicht interdisziplinär denkt kann direkt wieder gehen!
Sowieso wird das Miteinander sehr groß geschrieben. Zig Teamarbeiten haben wir im Laufe der acht Semester bestritten. Daher rührt auch die Idee sich im Diplom wiederum zusammen zu tun, auch wenn dies vielleicht an staatlichen Universitäten nicht unbedingt angesagt ist. Einen Einblick in ein paar Arbeiten und den stetigen Fluss kreativen Schaffens findet man auch bei der Studentenvertretung der Akademie: Spitze!
Ein Nachteil der Ruhr~Akademie ist sicherlich, dass das Diplom nicht staatlich anerkannt ist. Dennoch ist man es immer noch selbst, der sich verkaufen muss, und gerade auf dem Designmarkt zählt die Eigenpräsentation.Â
Vom ersten Tag an sollte man allerdings das Schuldenken über Bord werfen und nicht nur die Pflichtkurse belegen. Im ersten und zweiten Semester kann man wahrscheinlich gar nicht anders — da ist genug zu tun. Dennoch sollte man für die Gebühren, die bezahlt werden müssen, so viel vom Angebot mitnehmen, wie es nur geht. Die Akademie kann genug Input liefern, man muss nur bereit sein ihn auch aufnehmen zu können. Eigeninitiative spielt hier eine große Rolle. Wer etwas lernen will, der wird sicherlich genug Aktivierungsenergie in verschiedene Richtungen erfahren und das alles in der grünen Idylle des Schloss Haus Ruhr. Â





Bei allem Lob für die Akademie, es gibt auch Nachteile.
Bei mir lief es ja nicht anders. Nach etlichen Absagen an den
staatlichen FH´s einen Tipp bekommen und dann zur Ruhrakademie
gegangen. Ob ich diesen Schritt wieder tun würde, weiß ich allerdings
nicht. Manchmal bin ich froh und manchmal irgendwie nicht.
Comment by Tidde | 3. May 2008 um 11:37
Naja, das Ganze ist vielleicht etwas sehr positiv ausgefallen — aber ist halt meine Art ;D
Comment by Chris | 3. May 2008 um 11:43
Klar, ich will die Akademie auch nicht schlecht reden, Gott bewahre.
Es ist nicht so als würde ich die Zeit am Campus im Schloßhof und besonders die letzten zwei Jahre mit Christian und Beate missen. Finde halt auch man muss die andere
Seite der Medailie beachten. Finde das die Ruhrakademie ganz klare Vorteile gegenüber den staatlichen FH´s hat, aber auch ganz klare Nachteile und damit meine ich nicht das wir nicht Staatlich anerkannt sind. Wobei, so ein kleines bisschen schon
Comment by tidde | 3. May 2008 um 16:58